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Neophyten - Entsorgungsstelle im Werkhof

09.09.2020

Neue Entsorgungsmöglichkeit von Neophyten im Werkhof Chipf!

Die Neophyten sind in Oberburg seit längerem ein grosses Problem.

Das Hauptproblem ist aktuell der Japanische Knöterich sowie das Springkraut entlang unseren Bächen. Aber auch in Privatgärten sowie in der Landwirtschaft gibt es zahlreiche invasive Pflanzen, welche grosse Probleme machen.

Die Schwellenkorporation und der Gemeinderat haben deshalb gemeinsam entschieden, mit neuen Möglichkeiten dagegen vorzugehen.

Ab sofort steht der Bevölkerung beim Werkhof Chipf (Montag bis Freitag ab 07.00-17.00 Uhr) ein Container zur kostenlosen Entsorgung der Neophyten zur Verfügung. Die Neophyten werden anschliessend der Kehrichtverbrennung übergeben und so unschädlich gemacht.

Als Neophyten bezeichnet man Pflanzen, die seit der Entdeckung Amerikas 1492 gezielt oder unauffällig in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkamen. Von den knapp 3000 wildlebenden Pflanzenarten in der Schweiz sind 500-600 Neophyten. Die meisten dieser Pflanzen verursachen keine Probleme. Einige breiten sich jedoch so stark aus, dass sie einheimische Arten verdrängen – sie verhalten sich „invasiv“.

Invasive Neophyten wachsen oft sehr schnell und verbreiten sich äusserst effizient. Das liegt hauptsächlich daran, dass diesen Arten in den neuen Lebensräumen natürliche Feinde oder Krankheiten fehlen. Invasive Neophyten sind eine der grössten Bedrohungen der Biodiversität in der Schweiz und weltweit. Manche invasive Arten gefährden zudem die Gesundheit oder richten wirtschaftlichen Schaden an. Kantone, Gemeinden und Naturschutzorganisationen investieren jährlich über 20 Millionen Franken, um invasive Neophyten aus ökologisch wertvollen Lebensräumen zu entfernen.

In der Schweiz gelten zurzeit mehr als 50 Neophyten als invasiv oder potentiell invasiv. Sie sind auf einer schwarzen Liste respektive auf einer Beobachtungsliste aufgeführt. Für mehr als 15 dieser Problempflanzen ist gemäss Freisetzungsverordnung des Bundes jeglicher Umgang ausser der Bekämpfung verboten. Wer sie also verkauft, verschenkt, anpflanzt oder floristisch verwendet, macht sich strafbar. Weitere Infos dazu finden Sie im Internet unter www.vol.be.ch unter der Rubrik Natur bzw. Naturförderung.

Folgende Neophyten, welche auf der schwarzen Liste aufgeführt sind, sind unter anderen in der Gemeinde Oberburg anzutreffen:

Japanknöterich (lat. Reynoutria spp.)
Der japanische Staudenknöterich wird bis zu 3 m hoch und wächst in grossen und dichten Beständen. Durch kleinste Pflanzenteile und Wurzelstücke kann er sich verbreiten. Um den Neophyten zu bekämpfen, sind Stauden auszureissen oder zu mähen. Das anfallende Material ist zwingend im Kehricht zu entsorgen. Der Japanknöterich ist in der Gemeinde Oberburg entlang des Luterbach sowie des Chrauchthalbachs und vereinzelt in Gärten anzutreffen.

Erdmandelgras (lat. Cyperus esculentus)
Das Erdmandelgras ist ein bis 50 cm, selten 90 cm hoch wachsendes Sauergras (Cyperaceae). Es hat lange, schmale, schilfartige Blätter. Es blüht in gelb bis orange leuchtenden Ährchen. Während der Vegetationszeit werden an den Spitzen der Rhizome (Wurzeln) Knöllchen (Erdmandeln) gebildet. Dank diesen Knöllchen kann das Erdmandelgras den Winter im Boden überdauern.

Einzelne Pflanzen müssen mit den Knöllchen ausgegraben und im Kehricht entsorgt werden. Durch Ausreissen der Pflanzen bleiben mit grosser Wahrscheinlichkeit noch Knöllchen im Boden, was zur Folge hat, dass diese wieder austreiben. Grosse Bestände müssen mit Herbiziden bekämpft werden, was aber enorm schwierig ist. Mit der Kombination von Bodenbearbeitung, Herbizideinsatz und manueller Kontrolle/Ausgrabung hat man die besten Erfolge erzielt. 

Goldruten (lat. Solidago canadensis & gigantea)
Vom Frühling an entwickeln sich die 0.5 bis maximal 2.5 m hoch werdenden Goldruten aus ihren ausdauernden, unterirdischen Ausläufern. Pro Quadratmeter können so über 300 Pflanzen sprossen. Als Zierpflanzen und Bienenweide wurden sie häufig angepflanzt. Die Goldrute ist die häufigste invasive Pflanze der Schweiz und kann wohl nicht mehr vollständig aus unserer Natur entfernt werden. Die Verbreitung erfolgt durch flugfähige Samen, die mit bis zu 12'000 Stück pro Spross überreichlich ausgebildet werden. Einzelne, kleine Wurzelbruchstücke können sich zu ganzen Pflanzen regenerieren. So können insbesondere Gartenabfälle auf wilden Deponien den Goldruten zur weiteren Ausbreitung verhelfen.

Durch mindestens zweimaliges, tiefes Mähen im Mai und im August vor der Blüte können die Goldrutenbestände langfristig kontrolliert werden. Dadurch werden die Pflanzen geschwächt und es wird das Versamen verhindert. Kleinere Bestände können bei feuchtem Boden auch ausgerissen werden. So besteht weniger die Gefahr, dass die Pflanzen nur abgerissen werden und es wird sogar ein Teil der Wurzeln aus dem Boden herausgezogen. Die Wurzeln müssen in die Kehrichtverbrennung gegeben werden.

Einjähriges Berufkraut (lat. Erigeron annuus)
Die Krautpflanze kann eine Höhe von 1 m erreichen. Im Gegensatz zur Kamille, die dem Berufkraut sehr ähnlich ist, ist die ganze Pflanze behaart und hat ungeteilte grob gezähnte Blätter. Die Pflanze verbreitet sich, indem die Früchte vom Wind fortgetragen werden. Um das einjährige Berufkraut zu bekämpfen, ist es vor seiner Blüte auszureissen und im Kehricht zu entsorgen. Das Berufkraut ist im gesamten Gemeindegebiet Oberburg an Strassenränder, Böschungen und in Wiesen anzutreffen.

Kirschlorbeer (lat. Prunus laurocerasus)
Der Kirschlorbeer ist in der Gemeinde Oberburg in vielen Hausgärten anzutreffen. In dem seine reifen Früchte von Vögel gefressen werden, verbreitet sich dieser Neophyt. Um ihn zu bekämpfen, sind die Früchte abzuschneiden, solange diese noch grün sind und im Kehricht zu entsorgen. Weiter sind Jungpflanzen auszureissen, und Heckenschnitte in Grüngut oder grössere Äste mit der Kehrichtverbrennung zu entsorgen. Bei entsprechender Pflege breitet sich die Pflanze nicht weiter aus.

Drüsiges Springkraut (lat. Impatiens glandulifera)
Das Drüsige Springkraut wird etwa 2 Meter gross. Von unserem einheimischen, gelb blühenden Wald-Springkraut unterscheidet es sich durch die rosa bis weisse Blütenfarbe, seine Grösse sowie die roten Drüsen an den Blättern. Eine Pflanze kann bis 4'000 Samen pro Jahr ausbilden, die durch die reifen Samenkapseln bis 7 Meter weit fortgeschleudert werden. Durch den Samenvorrat im Boden keimen den ganzen Sommer über immer wieder neue Pflanzen aus, was zu gestaffelten Pflanzenbeständen führt. Umgeknickte Pflanzen können an den Stängelknoten wieder austreiben.
Grosse Bestände können durch Mähen bekämpft werden. Hierbei spielt aber der richtige Zeitpunkt eine entscheidende Rolle. Erfolgt der Schnitt zu früh, treiben die Pflanzen wieder aus, erfolgt er zu spät, können die Samenstände an den abgeschnittenen Pflanzen zur Nachreife gelangen. Die beste Zeit ist demnach etwa Ende Juli beim Auftreten der ersten Blüten. Kleinere Bestände müssen durch Ausreissen von Hand bekämpft werden. Aufgrund der sich gestaffelt entwickelnden Bestände müssen nach den Bekämpfungsmassnahmen Nachkontrollen durchgeführt werden.

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!
Die Bevölkerung wird gebeten, dabei mitzuhelfen, die rasante Verbreitung solcher Problempflanzen zu verhindern.

Dies ist möglich, in dem keine Pflanzenreste bzw. Grünabfälle an Bachufern oder in deren Bereich deponiert und entsorgt werden. Zudem sollten in heimischen Gärten ortsübliche Pflanzenarten den Vorzug erhalten und auf das Anpflanzen von gebietsfremden Zierpflanzen verzichtet werden.

Ab sofort können diese Pflanzenreste im neuen «blauen» Container im Chipf entsorgt werden.

Weitere nützliche Informationen zu Neophyten sind wie folgt im Internet zu finden:
www.neophyt.ch


Gemeinderat und Schwellenkommission Oberburg

Entsorgungscontainerzoom
Entsorgungscontainer
Japanknöterichzoom
Japanknöterich
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Erdmandelgras
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Goldruten
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Einjähriges Berufkraut
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Kirschlorbeer
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Drüsiges Springkraut
 
 
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